|
Leseproben
|
|
I. Aufbruch zum neuen Herzen. Um was es geht. Letzthin saßen wir in einer Gruppe zusammen, die über den Menschen nachdachte. Da fragte einer von uns: „Wohin zeigst du, wenn du „Ich denke“ sagst?“ Alle zeigten mit dem Finger auf die Stirne: es heißt ja ein „kluger Kopf“. Da wagten wir uns weiter. „Und wohin zeigt der Mensch, wenn es darum geht zu lokalisieren, wo er instinktiv fühlt?“ Diesmal einigten wir uns alle auf den Solarplexus, der knapp über dem Nabel gelegen ist. Es heißt ja: „Ich entscheide aus dem Bauch“, wenn wir Gefühlsaktivitäten meinen, die uns instinktiv handeln lassen. Und dann fragte einer: „Und wohin deuten wir, wenn wir sagen: `Ich bin`.“ Da zeigten wir alle auf die Brust als Herzraum. Wir empfanden hier das Zentrum der Person an sich. Die Wesensmitte. Daraufhin trat eine Stille ein. Irgendwie dachten wir über unsere Selbstkennzeichnung als Mensch nach. In diese Stille sprach einer von uns: „Ich hatte vor kurzem ein interessantes Erlebnis: Wir saßen in einer Almhütte. Mein bester Freund und ich. Und er erzählte mir ziemlich komplizierte Sachen vom Anfang der Schöpfung der auch das Ende sein kann und dass die Zeit nur eine Illusion ist. Und auf einmal fragte er mich: hast du mir überhaupt zugehört? Und ich war wirklich ein bisschen abwesend-anwesend. Gab mir überhaupt keine Mühe, zuzuhören und verstand trotzdem alles genauso, wie er es meinte. Und plötzlich kam meine Antwort, wie aus der Pistole geschossen: Ja, du hast ja in mir, in meinem Herzen gedacht!“ Er erzählte weiter: „Wir schwiegen eine Weile, dann sagte mein Freund: Siehst du, dieses Gefühl der Herz-zu-Herz-Verbindung, diese Herz-Kommunion habe ich jetzt öfter erlebt. Ich glaube, die Menschen teilen sich gerade jetzt in solche, die das Herz ihres Herzens öffnen und als `Ich Bin` zu `Ich Bin` sich offen verbindend mitteilen und in die Menschen, die sich und ihr Herz nicht öffnen und damit die neue Art des Wesensaustausches nicht vollziehen können oder wollen. Diese Empfindung ist so stark in mir aufgebrochen, dass ich dem nachgehen will. Das haben wir jetzt längere Zeit so gemacht. Das Ergebnis dieser Quellensuche nach dem neuen Herzzentrum des „Ich Bin“ ist hier auf diesen Seiten aufgezeichnet. Es ist faszinierend, welche Bedeutung das vielgelästerte Kitschorgan Herz, das noch dazu jederzeit herausoperiert und wo anders wieder eingesetzt werden kann, für die Zukunft der Menschheit hat. Wir haben ein Herz der Zukunft, des Neubeginns und der Zuversicht entdeckt. Keiner von uns hätte dieses Ergebnis vorausgesehen. Lassen wir uns also anregen. Entwickelt sich das Bewusstsein des Menschen? In der Bibel sagt der Apostel Paulus, dass die Erde in Geburtswehen liegt in Hinblick auf den neuen Menschen. (4*) Die Entwicklung des Menschen ist keineswegs abgeschlossen. Wir sind in dauernder Weiterentwicklung. Geistig, seelisch, körperlich. Dabei treten im Körper jeweils neue Organmuster auf. Je nachdem, welches der Organe wir besonders ausbilden, weil wir es in den Brennpunkt unseres Bewusstseins stellen. Der Nobelpreisträger Erwin Schrödinger sagte dazu: „Nach unseren Annahmen geht die Änderung des Verhaltens ständig Hand in Hand mit der Körperbeschaffenheit.“ (5*) Wenn Traumgrenzen fallen Gerade feierte die Welt Olympia in Sydney. Es fielen dabei in den sportlichen Leistungen körperliche „Traumgrenzen“, die seit Jahrzehnten nicht einmal in Wunschträumen zu überbieten waren. Auf einmal ging es, weil sich Menschen der Überschreitung dieser Leistungsgrenzen mit ganzer geistiger und psychischer Aufmerksamkeit gewidmet haben. Bis sie es dann mit ihrem Körper geschafft haben, sie zu übersteigen. Es waren auf einmal viele, die schneller liefen oder höher sprangen, als alle Sportler vorher. Die nächsten Traumgrenzen winken. Ebenso könnten wir bisher nicht vorstellbare Leitorgane in unserem Körper entwickeln und uns in neue Dimensionen führen lassen. Herz-Transplantation Jetzt wollen wir uns die neuesten Details aus Dr. Pearsalls Forschung mit einem Team an der University of Hawaii kurz vornehmen, die er im „Journal of New-Death Studies“ Nr. 3/2002 (55*) vorlegt. Es sind zehn Herztransplantationen auf Veränderungen des Empfängers nach der Implantation eines neuen Herzens hin untersucht worden. Wie erwähnt werden die Ergebnisse in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als „abenteuerlich“ beschrieben: „Eine 29 Jahre alte Fast-Food-Enthusiastin, die das Herz einer Gesundheitsfanatikerin erhalten hatte, wurde zur strengen Vegetarierin. Die achtjährige Danielle, die keinerlei musische Neigungen empfand, eignete sich mit dem Herzen eines 18 Jahre alten Jungen auch dessen Leidenschaft zum Komponieren an.“ Ein Junge, der das Herz eines ertrunkenen Kindes erhielt, hatte auf einmal große Angst vor Wasser usw. Selbstverständlich wussten die Herzempfänger nichts von den Spendern und ihren Todesumständen. Das neue Herz So ist das Herz prädestiniert dafür, das neue Motivations- und Leitorgan des Menschen zu werden. Darauf deuten auch neueste Untersuchungen an diesen vorhin geschilderten Energiezentren des Menschen entlang der Wirbelsäule, der „Kundalini-Energie“, die dem Menschen im aktivierten Zustand ungeahnte Impulse im gesamten Nervensystem bis zum Gehirn vermittelt. Bei den Messungen mit den von Itzak Bentov entwickelten biomedizinischen Geräten stellten die Forscher mit Erstaunen fest: “Zentraler Antrieb des Kundalini-Prozesses auf körperlicher Ebene ist nicht eine rätselhafte Energie an der Basis der Wirbelsäule (wie man bisher angenommen hat d.V.), sondern vielmehr das Herz.“ Auch Bhai Sahib, der Sufi-Lehrer von Irina Tweedy, sagte über das Herzchakra, dass er in seiner Schule nur dieses Leit-Chakra erweckt, weil es als Führer alles andere übernimmt. Er illustriert es in einer Geschichte: Wenn wer einen Teil des Besitzes von Bhai Sahib erwerben wollte, würde er dann zum Besitz gehen oder zu ihm? Man verhandelt mit dem Besitzer. Und deshalb befasst sich sein Lehrsystem mit dem Führer: Mit dem Herzen! Er meint: Die anderen Systeme seien für frühere Zeiten gut gewesen. Heute ist die zentrale Stellung des Herzens erkannt und alles andere ergibt sich von selbst. „Wir erwecken den König, das Herzchakra, und überlassen es dem König, die übrigen Chakren zu wecken.“ (70*) Hier also die drei Zeitalterlehre des Joachim von Fiore: 1. Das Zeitalter Gott-Vaters, festgeschrieben durch die Propheten im alten Testament. 2. Das Zeitalter Gott-Sohnes, festgeschrieben durch die Worte Jesu Christi im neuen Testament. 3. Das Zeitalter Gott-Heiligen-Geistes, das keines Schriftwerkes mehr bedarf, weil Gott den erleuchteten, also klarsehend-transparenten Menschentyp direkt in seinem Herzzentrum anspricht und der, voll der „Intelligentia spiritualis“, die Heilsgeschichte im Ganzen erfasst. Klar, dass dieser neue Herzmensch keine Institution in dem Sinne braucht, dass da vorne oder oben ein Mensch mit gottabgeleiteter Vollmacht steht und erklärt, wie Gott ist oder wie er verehrt werden soll. Dieser neue Mensch wird nach dem Grundsatz glauben und leben, der jetzt schon seine volle Gültigkeit hat: „In den Vorhof des Tempels kann mich ein anderer führen, in das Allerheiligste kann ich nur alleine eintreten.“ Oder mit unseren Worten gesagt: Die äußere Welt ist erklärbar, die innere Welt des Herzens nur individuell erfahrbar. Abt Joachim bezieht sich selbstverständlich auf die Bibel. Nicht nur auf die Stelle von Lukas 2,52: „Jesus machte Fortschritte in Alter, Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen“, sondern logischerweise auf die Stelle bei Jeremia 31,33 im Alten Testament: „Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Keiner wird mehr den anderen belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, klein und groß, werden mich erkennen |